Veganes Kopenhagen und ESC 2014

Historischer Eingang Tivoli

Historischer Eingang Tivoli

 

Kopenhagen, die Öko-Fahrradstadt und der ESC 2014!

Diese Jahr habe ich mich voller Vorfreude auf den Weg nach Kopenhagen gemacht um mir das Spektakel des Eurovision Song Contest in allen Zügen einzuverleiben. Natürlich habe ich mir schon Gedanken darüber gemacht, was und wo ich meine veganen Lieblingsspeisen bekommen kann.

Da ich gerne esse, kreisten meine Gedanken natürlich auch auf der siebenstündigen Zugfahrt schon darum und wie soll ich sagen, die Deutsche Bahn hat mich sehr überrascht. Und dieses mal nicht mit Verspätungen, kaputten Klimaanlagen und „Zänk ju for träweling wis se Deutsche Bahn“, sondern mit einem veganen Pastagericht, welches seit März 2014 in allen Fernverkehrszügen erhältlich ist.

Natürlich habe mich nicht wegen der Nudeln für die Zugfahrt entschieden, sondern weil ich auch meinen ökologischen Beitrag leisten wollte. Solange man einen Sitzplatz reserviert hat und sich nicht mit anderen Mitreisenden um diesen streiten muss, kann man die vorbeirauschende Landschaft in vollen Zügen (was für ein Wortspiel) genießen. Entspannter kann man fast nicht reisen. Auch die kurzweilige 45-minütige Fährüberfahrt von Puttgarden nach Rödby erinnert ein wenig an eine Minikreuzfahrt (Entschludigt bitte, wenn ich ab und zu leicht zu Übertreibungen neige). Allerdings muss man hier völlig auf vegane Speisen verzichten. Selbst das vegetarische Speiseangebot ist schon eine absolute Ausnahme. Wobei Pommes bekommt man ja fast immer und überall.

Deshalb meine Empfehlung: Lasst euch lieber bei schönem Wetter auf den Sonnendeck den Wind um die Nase wehen.

Die Zugfahrt und Pommes mit der frischen Briese auf der Fähre ist nicht so Euer Ding? Dann reist einfach mit dem Auto oder einem Flieger an.

Hat man dann die Strecke über Land und Wasser geschafft, landet man direkt im Herzen der Hauptstadt Dänemarks, nämlich Kopenhagen. In der Central Station angekommen, besteht sofort die Möglichkeit, die erste Sehenswürdigkeit zu besuchen… der Vergnügungspark Tivoli. Schon die beeindruckenden Parkeingänge vermitteln einem das Gefühl, hier eine Zeitreise in das 19. Jahrhundert zu machen. Die Fahrgeschäfte entstammen zum Glück nicht aus dieser Zeit und sind sehr modern. Kurzum: Das Tivoli ist ein MUSS für einen perfekten Besuch in Kopenhagen.

Tivoli historisches Haus

Tivoli historisches Haus

Vom Bahnhof aus gesehen, liegt direkt hinter dem Tivoli das schöne Rathaus und die legendäre Einkaufsmeile „Strøge“ der „Strich“ von Kopenhagen. Aber keine Sorge, es handelt sich hier nicht um das Rotlichtviertel, sondern um eine große, aber auch recht preisintensive Shoppingmeile. Von schicker Kleidung über Lego bis hin zu ausgefallenen Kunstobjekten kann man hier schon die ein oder andere dänische Krone ausgeben…genau, denn in Dänemark ist der Euro nicht die Landeswährung.

Folgenden Tipp möchte ich euch unbedingt geben:                                                          Vom Strøge geht die Pilestræde ab, hier befindet sich das 100% vegane Restaurant „43°RAW“ in der Hausnummer 32. Ich habe selten so leckeres, gutes, veganes und dazu rohes Essen bekommen. Selbst omnivore (Allesesser) Freunde von mir waren begeistert, wie vielfältig und schmackhaft dort die Gerichte sind.

Kopenhagen ist im Vergleich zu anderen Hauptstädten Europas relativ klein und überschaubar. Es besticht aber gerade deshalb durch seinen speziellen Charme.     Perfekt ist eine Tour im Frühling oder Sommer bei schönem, sonnigen Wetter. Der Kopenhagener an sich liebt es, ähnlich wie die Südeuropäer, draußen zu sein. Es gibt kaum eine andere Stadt in Nordeuropa, wo das Leben so intensiv wie hier auf der Straße stattfindet. Ein Beispiel ist der Stadtteil Vestebro oder die vielen unzähligen Parks. Sobald die Sonne scheint sind die Leute draußen.

Das angesagteste Verkehrsmittel in Kopenhagen ist das Fahrrad. Ich bin der Meinung, dass man diese Stadt auf keine bessere Art und Weise erkunden und entdecken kann. Es gibt ein perfekt ausgebautes Radwegnetz. Aber selbst wenn das Wetter mal nicht perfekt mit Sonne und strahlend blauen Himmel daherkommt, bietet Kopenhagen öffentliche Verkehrsmittel, die nach und nach immer mehr mit Strom betrieben werden. Ein großer Vorteil für Mensch und Umwelt. Diese Stadt will noch „Grüner“ werden. Übrigens hat Kopenhagen die erste Metro weltweit, die ohne Zugführer unterwegs ist. Keine Sorge, es hat bis jetzt noch keine Sicherheitsprobleme gegeben. Der Bahnsteig ist wie bei einigen Flughafenbahnen mit Glas gesichert und öffnet sich nur wenn die Bahn steht. Aufregend fand ich es, im ersten Wagon zu sitzen, in dem man für ein paar Minuten die Sichtweise eines Zugführers nachempfinden kann.

Wenn ihr mit dem Auto nach Kopenhagen gekommen seid, lasst es am besten am Hotel stehen oder parkt es in den zahlreichen Parkhäusern Kopenhagens. Denn die Parkuhren an den Straßen hat man schnell überzogen. Man sieht sie zwar nicht, aber „Politessen“ gibt es auch in Kopenhagen. Ich habe doch häufig Fahrzeuge mit Knöllchen gesehen. 500 DKR (ca. 65 Euro) sind da mal schnell weg.

Wie oben schon erwähnt lohnt ein Besuch des Rathauses, die Schlösser (Rosenborg und Amalienborg), die kleine Meerjungfrau und unzählige historische Bauten und Kirchen. Zum Beispiel die „Vor Frelsers Kirke“ mit den speziellen Turmaufgang außerhalb rund um den Kirchturm in Christianshaven (der Freistaat ist hier auch gleich um die Ecke). Und vergesst nicht bei lauter Treppen steigen, euch die Kirche auch von Innen anzuschauen. Ein Highlight ist die Kirchenorgel.

Schloss Rosenborg

Schloss Rosenborg

Ich habe eine kleine Quizfrage: Was unterscheidet diese Kirche augenscheinlich im Vergleich mit anderen christlichen Kirchen innerhalb des Kirchenschiffs? Guckt euch mal genau um.

Wer mal keine Lust mehr hat immer nur auf Gras zu laufen, der sollte unbedingt den Freistaat Christiana besuchen. Dort kann man das Zeugs auch kaufen. Aber beachtet die Hinweisschilder: Fotografieren ist dort strengstens verboten. Und der Erwerb von Gras ist auch dort illegal nur scheint sich niemand daran zu halten. Diese „Hippie-Kommune“ ist schon etwas besonderes. Eine kleine Stadt in der Hauptstadt Dänemarks. Hier in Christiana habt Ihr eine weitere Möglichkeit, im „Morgenstedet“, vegan zu essen. Fotos, wie oben beschrieben kann ich hier nicht liefern. Ich habe mich an das Fotoverbot gehalten.

CHRISTIANIA Eingang am See mit Dirk

CHRISTIANIA Eingang am See mit Dirk

In der Nähe vom botanischen Garten und des historischen Rosenborg-Schlosses befindet sich ein kleines „Kellerbistro“, das Big Appel. Es gibt hier nur eine kleine vegane Auswahl, aber mir hat es geschmeckt und der Preis war für Kopenhagener Verhältnisse sehr günstig.

B&W Halle, Oper, Arche

B&W Halle, Oper, Arche

Ich möchte noch kurz zum Eurovison Song Contest schreiben.

Die Austragungshalle des Song Contests war eine ehemalige Werfthalle. Draußen hat es tatsächlich noch den gewöhnungsbedürftigen Charme einer Industrieruine. Aber im Inneren haben die Dänen ein Wunder vollbracht.

Wer die Show im Fernsehen geschaut hat kann nur erahnen wie die Stimmung dort vor Ort tatsächlich war. Es kam in der Übertragung nicht annähernd rüber wie hier der Europäische Song Contest gefeiert wurde. Egal ob Mann oder Frau, Deutscher, Grieche, Spanier, Pole oder Russe, hier in der Halle wurde der Gewinn von Conchita Wurst gefeiert als wäre es das eigene Land gewesen. Das nenne ich das Gefühl und die Zusammengehörigkeit von Europa. Was mich wiederum auf folgende Idee bringt:          Wie wäre es, diese Leute an die Regierungshebel unserer Länder zu setzten. Dann hätten wir wirklich ein vereintes und friedvolles Europa!

Elaiza mit mir (Dirk) auf dem Roten Teppich vor dem Rathaus in Kopenhagen

Elaiza mit mir (Dirk) auf dem Roten Teppich vor dem Rathaus in Kopenhagen

Euer Dirk

 

 

 

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